1992 finanzierte die Provinzverwaltung von Rovigo unter Teilnahme des lokalen Verkehrsvereins und unter Einschätzung, dass die Örtlichkeit San Basilio zu den zu fördernden touristischen Zielen des Deltagebiets gehörte, den Bau eines Fremdenverkehrs- und Kulturzentrums auf einem ca. 1600 qm großen Baugrund auf dem früher die örtliche Grundschule stand.
Das Gebäude wurde nach Abschluss der Bauarbeiten im Juni 1994 am 6. April 1995 eröffnet.
Zur Zeit beherbergt das 523 qm umfassende Gebäude die bedeutendsten Fundstücke, die während der verschiedenen vom Archäologischen Oberaufsichtsamt in Venetien zwischen Ende der 70er und Ende der 80er Jahre durchgeführten Ausgrabungen, entdeckt wurden.
Die auf die geomorphologische Sektion mit der Beschreibung der wichtigsten Veränderungen, die das Gebiet im Lauf der Jahrhunderte durchlief, folgende archäologische Sektion soll in Kürze durch die virtuelle Rekonstruktion der archäologischen Ausgrabungsstätte von San Basilio bereichert werden. Auf diese Weise soll Besuchern eine virtuelle Reise durch die Zeit anhand der Entdeckung der Vorgeschichte dieser Örtlichkeit ermöglicht werden.
Die derzeitige Ausstellung ist dank der Finanzierung durch das europäische Projekt Interreg Italien-Slowenien „Coast-to-Coast ermöglicht worden.
In der Umgebung...
KIRCHE VON SAN BASILIO
In 50 m Entfernung befindet sich auf einer fossilen Düne, einem Überrest der prähistorischen Küstenlinie, die Pfarrkirche von San Basilio. Es sind drei verschiedene Baustile erkennbar, Hochmittelalter - IX-XII Jhdt. - XVIII Jhdt. In letzterer Epoche werden in der Kirche auch Prälaten und wichtige Persönlichkeiten bestattet.
ARCHEOLOGISCHE AUSGRABUNGSSTÄTTE
In 50 m Entfernung kann man innerhalb des Anwesens Forzello dank einer besonderen Glasbedeckung, die kürzlich ans Licht gekommene Ausgrabungsstätte eines großen frühchristlichen Gebäudekomplexes, der eine in der Nähe eines achteckigen Taufbeckens errichtete Kirche und einen kleinen Friedhof mit Kapuzinergräbern.
SAN BASILIO EICHE
In 1000 m Entfernung steht am Fuß des Schutzdammes des Po bei Goro die "Rovra" das älteste Exemplar von Quercus robur L. im Polesine. Dieser Baum wird auch in einem Dokument von 1548 erwähnt. Die Eiche ist 35 m hoch und hat einen Stammumfang von 6,20 m.
FOSSILE DÜNEN
Die längs der Westseite der via S. Basilio verlaufenden fossilen Dünen sind ein Zeugnis des Verlaufs der Küstenlinie im X Jhdt. Durch die sorgfältige Wiedererstellung der Landschaft sind sie zu einer geomorphologisch wichtigen Stätte geworden. Ein stratigraphischer Ausschnitt und eine illustrierte Lehrtafel ermöglichen einen Blick in den inneren Aufbau.
MARTINO-ROUTE
Die längs der Küstenlinie der Eisenzeit liegende Ortschaft Gorgo zeichnet sich durch die hauptsächlich hygrophile Vegetation (Weiden und Schwarzpappeln) aus.
Die gegen Ende der 70er und im Lauf der 80er Jahre durch die vom Archäologischen Oberaufsichtsamt in Venetien im Anwesen Forzello getätigten Ausgrabungen ans Licht gekommenen Funde sind im Fremdenverkehrs- und Kulturzentrum San Basilio ausgestellt. Sie sind ein Zeugnis der archäologischen Bedeutung der Örtlichkeit und dokumentieren die Geschichte von San Basilio.
Die Ausgrabungen haben die Studie einer großen Ansiedlung, die von Anfang des VI vor Chr. bis Ende des V Jhdts. vor Chr. von Etruskern, Griechen und Venetiern bewohnt wurde, ermöglicht. Die Ansiedlung befand sich in der Nähe Po di Copparo genannten Flussarmes in der Nähe der Küstendünen in einer für die Kontrolle des Fluss- und Seeverkehrs strategischen Lage.
Die Behausungen aus Holz und Lehm beherbergten Händler und Handwerker aus verschiedenen Ländern. Waren aus allen Örtlichkeiten des mittleren und östlichen Mittelmeers und aus Etrurien flossen hier zusammen und wurden in der Poebene verteilt.
Nach der Aufgabe der Ansiedlung wurde die Gegend um San Basilio bis zum II Jhdt. vor Chr., als die Römer hier eine wichtige Konsularstraße, die von Rimini nach Adria führende Via Popillia erbauten, nicht mehr bewohnt. Es wurde eine Poststation erbaut, die mansio Hadriani, um die sicher mehrere Anwesen und vielleicht auch ein Dorf lagen.
Die Ausgrabungen haben eine Anzahl von Räumen, die zu einer großen, mehrfach renovierten ländlichen Villa gehören, ans Licht gebracht.
Neben den Wohnräumen, die teilweise Mosaikböden und Freskenschmuck aufweisen, ist auch ein Trockenraum für Ziegelsteine mit dem sicherlich danebenliegendem Brennofen, der noch nicht entdeckt wurde, ans Licht gebracht worden.
Das rechteckige Gebäude umfasst einen einzigen Raum mit einem von einem Glasdach bedeckten Innenhof.
Im Innenhof sind Steinfunde aus der Römerzeit ausgestellt, darunter auch der Grabkasten eines großen Marmorsarkophags.
Im ersten Teil des großen Saals befinden sich verschiedene die Geomorphologie betreffende Tafeln, die die wichtigsten Veränderungen des Gebiets im Lauf der Jahrhunderte beschreiben.
Darauf folgen längs des Hauptteils des Saals fünf Schaukästen, die den Münzen gewidmet sind. Im ersten ist eine Reihe römischer Bronzemünzen ausgestellt, die zwischen 1976 und 1980 während der Ausgrabungen auf dem Anwesen Forzello-Fondo Rocchi entdeckt wurden.
Im zweiten Schaukasten soll ein kleiner Schatz in republikanischen Silbermünzen ausgestellt werden.
Zwei Lehrtafeln beschreiben die in der Kirche von San Basilio durchgeführten Ausgrabungen, während eine dritte die neuesten Fundstücke aus einem bedeutenden vorchristlichen Gebäudekomplex erläutert.
Leitung: Ente Parco Regionale Veneto del Delta del Po
Operative Leitung: CO.SE.DEL.PO - La Cooperativa del Parco a. r. l.
Tätigkeiten: Führungen, Schulungen, Promotion und touristische Information.
Zuständiger Ansprechpartner für Voranmeldungen und Infos:
Mara Santarato - CO.SE.DEL.PO
Handy 346 3357534
URL: http://www.smppolesine.it / sbasilio /pagine /home.php | Last update: 03 August 2011 02:18:20