Nach einstimmigem Beschluss des Stadtrates, des Bischofs von Adria und der Franziskaner wurde 1594 mit dem Bau der Kirche begonnen. Sie sollte das würdige Umfeld für eine wundertätige Madonna werden, die unter anderem Rovigo von der Pest befreit hatte. Das Marienbildnis befand sich in einem in der Nähe der östlichen Stadtmauer gelegenen Oratorium, auf dem Grundstück eines Franziskanerklosters. Nach Beendigung der Bauarbeiten wurde das Gemälde auf dem Altar der neuen Kirche aufgestellt (8. September 1608).
Das von Francesco Zaniverlan geplante Gebäude stellt ein Achteck dar, das von einem äußeren Bogengang umrahmt wird. Ursprünglich endete es in einer Kuppel mit einem Innendurchschnitt von 22 m, die jedoch aus Sicherheitsgründen abgerissen werden musste. Sie wurde durch eine pyramidenähnliche Konstruktion ersetzt, die zunächst provisorisch sein sollte aber nie verändert wurde. Der Dachboden des Bogengangs diente als Kornlager, der Nahrungsmittelreserve im Fall von Hungersnöten, die bis Mitte des XIX Jhdts. keine Seltenheit waren.
Innen wurde die Kirche nach dem Bau des majestätischen Altars und des Chors mit Skulpturen und vor allem Leinwandgemälden geschmückt, die in drei Bänder unterteilt sind. Die letzte 1684 aufgehängte Leinwand vervollständigt einen Gemäldezyklus vervollständigt, der zu den schönsten in Venetien gehört.
Ab 1655 wurde neben der Kirche der Kirchturm nach Plänen des Architekten Baldassarre Longhena erbaut. Die Bauarbeiten wurden mehrfach unterbrochen und so wurde er erst 1774 nach den Originalplänen fertiggestellt.
Im XIX Jhdt. wurden im Zuge der Restaurierungsarbeiten die Decke (ca. 400 qm) erneuert, die 1887 von Vittorio E. Bressanin mit Fresken verziert wurde.
Die architektonische Gestaltung des Gebäudes erinnert an die Marienkirchen, die während der Renaissance hauptsächlich einen zentral angeordneten Grundriss aufwiesen, der jedoch verschiedenste Formgestalten annehmen konnte. Der Kirchturm - wahrscheinlich der schönste im ganzen Polesine - beweist, dass auch ein so geartetes Bauwerk unter Berücksichtigung der klassischen Schlichtheit über eine große stilistische Lebhaftigkeit verfügen kann.
Im Innern der Kirche der majestätische Altar aus vergoldetem Holz von Giovanni Caracchio aus Rovigo, der in einer gelungenen Kombination von Architektur und Skulptur das hochverehrte, kleine Marienbildnis der Hl. Jungfrau des Beistandes in den Vordergrund rückt.
Die Dekormalerei stellt sicherlich einen einzigartigen Aspekt dar. Hier stehen 22 große, venezianische Bürgermeister darstellende Leinwände (ca. 360 x 430 cm), die im unteren und im oberen Band angeordnet sind, im Vordergrund. Einige dieser Gemälde sind von den damals in Venetien tätigen Malern angefertigt worden, darunter: Francesco Maffei, Pietro Liberi, Pietro Ricchi, Andrea Celesti, Pietro della Vecchia und Antonio Zanchi. Da der Bau der Kirche vom Stadtrat und den Räten einiger kleinerer Ortschaften in der Umgebung großzügig finanziert wurde, hielt man das Gebäude für den geeigneten Ort, um die weltliche Macht (die damals noch nicht gänzlich von der geistlichen getrennt war) zu preisen.
Im unteren Band wechseln sich die Portraits der Bürgermeister mit 8 (kleineren) Gemälden ab, die das Leben der Gottesmutter darstellen. Zwei dieser Gemälde sind von Francesco Maffei, eines wird Giovanni Coli und Filippo Gherardi zugesprochen.
Im mittleren Band wechseln sich die Statuen des auferstandenen Heilands, der Gottesmutter, der Apostel und der Evangelisten sowie der Schutzheiligen von Rovigo mit 20 Gemälden, die von der Madonna des Beistandes gewirkte Wunder darstellen, ab.
Ab der ersten Hälfte des XIX Jhdts. wurde der Bogengang in ein städtisches Museum für Steinzeugnisse verwandelt, da hier Grabinschriften und Grabmonumente, die hauptsächlich von den aufgrund der Napoleonischen Gesetze geschlossenen Kirchen und Klöstern stammen, eingemauert wurden.
Obwohl die "Rotonda" genannte Kirche der hl. Jungfrau des Beistandes in erster Hinsicht eine römisch-katholische Kirche ist, gehört sie aufgrund eines Dekrets des venezianischen Senats aus dem Jahr 1764 nicht der Diözese von Adria-Rovigo sondern der Stadt Rovigo.
Die Stadtverwaltung beauftragt ein drei Jahre im Amt bleibendes "Syndikat" mit deren Leitung.
Von 2008-2010 gehören Prof Claudio Garbato (Vorsitzender), die Architektin Leda Bonaguro, der Ingenieur Franco Pozzati, die Rechtsanwältin Damiana Stocco und Prof. Leobaldo Traniello dem Syndikat an.
Für den Gottesdienst ernennt der zuständige Bischof einen "Rektor". Zur Zeit handelt es sich um Mons. Daniele Peretto.
Die tägliche Pflege der Kirche untersteht dem Sakrestan Paolo Marcon, der von Giovanni Dilavanzo vertreten wird.
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