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Museum der Arbeitskultur im Polesine
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Inhalt:

PRÄSENTATION

Geschichte

Bild 1: das Palais “Il Manegium” - Sitz des MuseumsDas Museum der Arbeitskultur im Polesine wurde im Juli 1992 eröffnet, die Sammlung des Materials, die Vorbereitung und Einrichtung der Räumlichkeiten begannen jedoch schon 10 Jahre vorher.

Zunächst die Sammlung und dann die Einrichtung des Museums soll die von den Einwohnern des Polesine in der Zeitspanne von der Vereinigung Italiens bis zur großen Überschwemmung im Jahre ’51 vollbrachten Leistungen vor Augen führen, die der Erleichterung der Arbeit im Allgemeinen und der Feldarbeit im besonderen dienten. Ein Bestreben, das jedoch immer der Erreichung einer menschengerechteren Lebensweise in einem Gebiet diente, in dem diese Arbeit oft die einzige Unterhaltsquelle darstellte.

Durch ständige Materialschenkungen von Besuchern und Einwohnern nicht nur der Gemeinden im antikem Gebiet des Manegiums sowie durch die Verbesserung der Ausstattung mit Hilfe von Titelunterschriften, erläuternden Zeichnungen und vor allem durch die Einrichtung eines didaktischen Museumsrundgangs, der von einem reich bebilderten Führer (seit 1995) erläutert wird, hat sich das Museum ständig weiterentwickelt, so können die Besucher heute auch folgende Sektionen besichtigen:
- eine historisch-fotografisch-dokumentarische Ausstellung über die Karbonaribewegung in Fratta und im Polesine;
- eine historisch-fotografisch-dokumentarische Ausstellung über den sozialistischen Märtyrer Giacomo Matteotti, der am 10 Juni 1924 von den Faschisten ermordet und in einem würdevollen und schlichten Mausuleum in Fratta bestattet wurde;
- eine Ausstellung von Keramiken aus dem Polesine die von der vorgeschichtlichen Zeit bis zur Spätrenaissance reicht (1100 vor Chr. Bis 1600 nach Chr.);
- eine Ausstellung über die volkstümliche Religiösität im Polesine;
- eine Ausstellung von Blasinstrumenten und anderen Musikinstrumenten;
- die Rekonstruktion einer alten Druckerei mit Buchstaben aus Holz und Blei sowie der Rekonstruktion der Druckmaschine von Gutenberg.

Themen

Bild 2: der Ausstellung über die Karboraribewegung gewidmeter SaalWie aus dem Nachsatz zur Bezeichnung "ethnografisches Museum", d.h. "Dokumentationszentrum der Arbeitskultur im Polesine" ersichtlich, hat man versucht, so wahrheitsgetreu wie möglich, manchmal mit vielen Materialen und Unterlagen, die typischen Lebensräume des armen Polesine, die im allgemeinen an das Land und die Feldarbeit gebunden waren, darzustellen.

Es wurden folglich einige Bereiche des häuslichen Lebens nachgebaut, wie zum Beispiel das Schlafzimmer der Eheleute und der Kinder und die Küche: im Anschluss daran ein Klassenzimmer, die von den Bauern verwendeten Gerätschaften (Sicheln, Harken, Schaufeln, Pflüge usw.) und die im Stall vorhandenen (Gespanne für Kühe, Zugpferde und Ackergäule sowie Gerätschaften, die deren Aufzucht und Pflege dienten), im Keller verwendete Gerätschaften (Fässer, Traubenpressen und für den Rebanbau verwendete Geräte), des weiteren vom Schmied (Amboss, Hammer, usw.), vom Tischler (Sägen, Bohrer, Hobel usw.) vom Schneider (Nadeln, Stoffe, Nähmaschine, usw.), vom Schuster (Leim, Formen, verschiedene Geräte) verwendete Gerätschaften sowie die Räumlichkeiten, die bestimmten Tätigkeiten, wie  der Nudel- und Brotzubereitung, der Hanfverarbeitung dem Weben und Spinnen gewidmet waren. Am Ende wurde ein kleines aber gut mit einem Holzaltar, Kerzenständern, Bildern und einem Tabernakel ausgestattetes Oratorium hinzugefügt, das eines der typischen "capitei", kleine Kapellen und Oratorien, die bis vor wenigen Jahren in fast allen Stadtteilen zu finden und heute in Fratta fast gänzlich verschwunden sind und wo das Straßenfest oder die Maifaiern stattfanden, zu rekonstruieren.

Die historisch-fotografisch-dokumentarische Ausstellung (mit Originaldokumenten) über die Karbonaribewegung in Fratta und im Polesine befindet sich in drei aufeinander folgenden Sälen. Hier wird in einfacher und doch vollständiger Weise das tragisch-ruhmvolle Schicksal der Karbonari von Fratta und vom Polesine beschrieben. Nachdem sie von der österreichischen Polizei entdeckt wurden, wurden sie zunächst zum Tod und anschließend zu einer langen Haftstrafe in den Gefängnissen von Spielberg (wo einen Monat später auch Silvio Pellico inhaftiert wird) und Laibach verurteilt. Eine reiche thematische Bibliothek vervollständigt die Ausstellung
Die fotografisch-historisch-dokumentarische Ausstellung über den sozialistischen Märtyrer Giacomo Matteotti wurde 1974, zum 50-jährigen Jubiläum seines Todes vom römischen Staatsarchiv eingerichtet. Sie besteht aus 58 verschiebbaren Lehrtafeln, die in fünf verschiedenen Sektionen grundlegende Etappen von Giacomo Matteottis (er wurde am 10. Juni 1924 von einem faschistischen Mörderkommando entführt und in barbarischer Weise ermordet) Familienleben sowie seiner sozialen und politischen Tätigkeit beschreiben.

Interne Struktur

Das Museum befindet sich seit 2004 im im 16. Jhdt. erbauten Palais, das früher der Patrizierfamilie Dolfin gehörte und später von den Erben Boniotti dem Kulturverein "Il Manegium" geschenkt wurde.
Das nunmehr restaurierte Gebäude bietet Besuchern auf insgesamt 900 qm Fläche ethnografische und historische Ausstellungen.

Die ethnografischen Sektionen reproduzieren, so weit wie möglich, die tatsächliche Anordnung der Gegenstände und Gerätschaften, während die historischen Sektionen sich um eine didaktische, für Schulklassen geeignete, Ausstellungseinrichtung bemühen.

Organisation

Das Museum wird vom Kulturverein "Il Manegium Onlus" aus Fratta Polesine geleitet.
Alle Vereinsmitglieder haben mit verschiedenen Aufgaben und Kompetenzen an der Museumsleitung, an der schichtenweise organisierten Öffnung an der Reinigung, der Sammlung und Ausstellung des Materials und der Raumgestaltung teil. Die gesetzliche Haftung unterliegt dem Vereinsvorsitzenden, der vom Sekretär und vom für die Public Relations Verantwortlichen unterstützt wird.

In Zusammenarbeit mit Schulen, mit den Gemeindebibliotheken sowie der Gemeindeverwaltung von Fratta und der Provinzverwaltung von Rovigo werden Vorträge, Konferenzen und Meetings und in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft für "Tourismus und Kultur" Führungen organisiert.


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